Die häufigste Frage vor dem Kauf einer Photovoltaikanlage ist selten "Was kostet das?" – sondern "Was bringt das mir am Ende?". Konkret: Wie viel Strom erzeugt eine typische Anlage pro Jahr, und wie viel Geld spart das tatsächlich pro Monat? Hier die ehrliche Antwort, ohne Marketing-Rundungen nach oben.
Der Jahresertrag: 950 bis 1.200 kWh pro kWp
Die zentrale Kennzahl heißt spezifischer Ertrag – wie viel Kilowattstunden Strom ein installiertes Kilowatt-Peak (kWp) Anlagenleistung pro Jahr erzeugt. In Deutschland liegt dieser Wert im Mittel bei 950 bis 1.200 kWh pro kWp und Jahr, abhängig von drei Faktoren:
- Region: Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg) erhält mehr Sonnenstunden als der Norden und liegt eher am oberen Ende der Spanne, Norddeutschland eher am unteren.
- Dachausrichtung und -neigung: Süddächer mit 30–35° Neigung liefern den höchsten Ertrag, Ost-West-Ausrichtungen liegen meist 5–15 % darunter, erzeugen den Strom aber gleichmäßiger über den Tag verteilt.
- Verschattung: Bäume, Nachbargebäude oder Schornsteine können den Ertrag lokal spürbar drücken.
Für eine 10-kWp-Anlage – eine der in Deutschland am häufigsten installierten Größen für Einfamilienhäuser – ergibt das einen Jahresertrag von rund 9.500 bis 12.000 kWh. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt verbraucht etwa 4.000 bis 5.000 kWh Strom pro Jahr – eine 10-kWp-Anlage erzeugt also rechnerisch mehr, als ein typischer Haushalt verbraucht.
| Anlagengröße | Jahresertrag (ca.) | |---|---| | 6 kWp | 5.700 – 7.200 kWh | | 10 kWp | 9.500 – 12.000 kWh | | 15 kWp | 14.250 – 18.000 kWh |
Warum "Ertrag" nicht gleich "Ersparnis" ist
Hier liegt der wichtigste Denkfehler: Nicht jede erzeugte Kilowattstunde spart automatisch den vollen Strompreis. Es kommt darauf an, was mit dem Strom passiert:
- Eigenverbrauch: Strom, den Sie selbst nutzen (Waschmaschine läuft mittags, E-Auto lädt tagsüber), spart Ihnen den vollen Strompreis von aktuell rund 32–36 ct/kWh.
- Einspeisung: Überschüssiger Strom, den Sie ins Netz einspeisen, bringt nur die gesetzliche Einspeisevergütung – seit dem 1. August 2026 sind das 7,71 ct/kWh bei Teileinspeisung (bzw. 12,23 ct/kWh, wenn Sie sich für Volleinspeisung ohne Eigenverbrauch entscheiden).
Das bedeutet: Je höher Ihr Eigenverbrauchsanteil, desto mehr ist jede erzeugte Kilowattstunde wert.
- Ohne Batteriespeicher liegt der Eigenverbrauchsanteil bei einem typischen Haushalt meist bei 25–35 % – der Rest wird zum niedrigeren Satz eingespeist.
- Mit Batteriespeicher (Strom aus dem Tag wird für den Abend gespeichert) steigt der Anteil auf 45–65 %.
- Mit E-Auto oder Wärmepumpe, die gezielt bei PV-Überschuss laden, sind teils noch höhere Eigenverbrauchsanteile möglich.
Die Rechnung: Was spare ich pro Monat?
Nehmen wir eine 10-kWp-Anlage mit einem Jahresertrag von 10.500 kWh (Mittelwert) als Beispiel:
Ohne Speicher (30 % Eigenverbrauch): 3.150 kWh Eigenverbrauch × 34 ct + 7.350 kWh Einspeisung × 7,71 ct ≈ 1.637 € pro Jahr ≈ 136 € pro Monat
Mit Speicher (55 % Eigenverbrauch): 5.775 kWh Eigenverbrauch × 34 ct + 4.725 kWh Einspeisung × 7,71 ct ≈ 2.328 € pro Jahr ≈ 194 € pro Monat
Der Speicher selbst kostet zwar zusätzlich (siehe unser Ratgeber PV-Anlage Kosten 2026), erhöht aber die monatliche Ersparnis spürbar – ob sich das für Sie lohnt, hängt vom eigenen Verbrauchsprofil und den Speicherkosten ab.
Wichtig: Das sind Beispielrechnungen mit Durchschnittswerten. Ihr tatsächlicher Verbrauch, Ihre Anlagengröße, Dachausrichtung und Stromtarif weichen davon ab – teils deutlich.
Ihre persönliche Ersparnis berechnen
Statt mit bundesweiten Durchschnittswerten zu rechnen, lohnt sich eine individuelle Berechnung mit Ihren eigenen Zahlen: Anlagengröße, Jahresverbrauch, Strompreis und ob ein Speicher, E-Auto oder eine Wärmepumpe dazukommen. Der kostenlose Solar-Rechner zeigt in Sekunden Ihren voraussichtlichen Jahresertrag, Ihre monatliche Ersparnis, die Amortisationszeit und den Autarkiegrad – ganz ohne Anmeldung.
Für ein verbindliches Angebot auf Basis Ihres konkreten Dachs empfiehlt sich danach der Vergleich mehrerer Installateure: Über unseren Angebotsvergleich erhalten Sie kostenlos bis zu drei Angebote von geprüften Betrieben in Ihrer Region.
Häufige Fragen
Wie viel kWh erzeugt eine 10-kWp-PV-Anlage pro Jahr? Im deutschen Durchschnitt zwischen 9.500 und 12.000 kWh, abhängig von Region, Dachausrichtung und Verschattung.
Was spare ich mit einer 10-kWp-Anlage pro Monat? Ohne Speicher realistisch etwa 100–140 € pro Monat, mit Batteriespeicher und höherem Eigenverbrauch oft 150–200 € – je nach Verbrauchsprofil und Strompreis.
Lohnt sich eine PV-Anlage 2026 finanziell noch? Ja. Bei aktuellen Systemkosten (siehe PV-Anlage Kosten 2026) und einer Kombination aus Eigenverbrauch und Einspeisevergütung amortisieren sich die meisten Anlagen innerhalb von 8 bis 14 Jahren – bei einer Lebensdauer von 25 Jahren und mehr.